| In ihrem Vortrag stellt Frau Pahl (Kriminalhauptkommissarin und Kriminologin) die zentralen Überlegungen und Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor. Darin untersuchte sie, wie ein traumasensibles Vorgehen in der Polizeiarbeit bei sexualisierter Gewalt wirken kann. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Betroffene häufig komplexe psychische und neurobiologische Belastungsfolgen aufweisen und im institutionellen Kontext ein erhöhtes Risiko sekundärer Viktimisierung besteht. Zugleich sind auch Polizeibeamt:innen in diesem Arbeitsfeld erheblichen emotionalen und organisationalen Belastungen ausgesetzt, die sekundäre Traumatisierung und stressbedingte Erkrankungen begünstigen können. Im Rahmen ihrer Arbeit analysierte sie, inwiefern ein traumasensibler Ansatz sowohl den Schutz und die Stabilisierung der Betroffenen verbessern als auch die Gesundheit der eingesetzten Beamt:innen fördern kann. Als theoretischer Bezugsrahmen dient der „Trauma-Informed Approach“ der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA), verstanden als ganzheitliches Konzept, das organisationale Strukturen, professionelle Haltungen und konkrete Interaktionspraktiken umfasst. Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine theoriegeleitete Analyse zentraler Konzepte zu Trauma, sexualisierter Gewalt, sekundärer Viktimisierung und organisationaler Belastung, ergänzt durch qualitative Expert:inneninterviews aus interdisziplinären Handlungsfeldern. Die Ergebnisse zeigen, dass ein traumasensibles Handlungskonzept als integrativer Ansatz auf individueller und organisationaler Ebene wirksam werden kann und das Potenzial birgt, sekundäre Viktimisierung zu reduzieren, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken und die Qualität und Effektivität polizeilicher Arbeit zu steigern. |
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