Bundestagung der BAG-S: „200 Jahre Straffälligenhilfe – Engagement für Wiedereingliederung und neue Perspektiven“
Vor 200 Jahren gründete der Pfarrer Theodor Fliedner in Düsseldorf die erste zivilgesellschaftliche Organisation in Deutschland, die Menschen nach ihrer Haftentlassung bei der Wiedereingliederung unterstützte: die „Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft“. Die Initiative entstand aus der Einsicht, dass es leicht ist, Menschen auszugrenzen, es jedoch wesentlich anspruchsvoller ist, ihnen den Weg zurück in die Gesellschaft zu eröffnen. Die Erkenntnis, dass straffällig gewordene Menschen beim Übergang aus der Haft Unterstützung benötigen, prägt bis heute die Arbeit der Straffälligenhilfe. Und auch wenn sich die Bedingungen im Strafvollzug als auch die Angebote der Straffälligenhilfe seither grundlegend verändert haben, gilt weiterhin: Der Übergang von der Haft in die Freiheit stellt für die Betroffenen eine erhebliche Herausforderung dar und sollte durch passende Unterstützungsangebote begleitet werden.
Die Tagung nimmt diese historische Entwicklung zum Anlass, aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Straffälligenhilfe in den Blick zu nehmen.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Fragen:
- Wie kann professionelle Wiedereingliederung unter den aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen sichergestellt werden?
- Wie können sich Akteure besser vernetzen und voneinander lernen – auch über Ländergrenzen hinweg?
- Welche Rahmenbedingungen sind für eine nachhaltige und wirkungsvolle Arbeit erforderlich?
Neben Vorträgen zu übergreifenden Themen bieten praxisnahe Workshops Raum für den Austausch der Teilnehmenden zu konkreten Fragen der aktuellen Straffälligenhilfe. Auch informelle Begegnungen kommen nicht zu kurz: Ein gemeinsamer Vorab-Besuch des Erfurter Weihnachtsmarktes ist vorgesehen und bietet Gelegenheit, Gespräche in entspannter Atmosphäre fortzuführen.